2000 - 10 Jahre Förderverein Francisceum Zerbst e. V.
Dr. Walter Schnelle, früherer Vorsitzender des Fördervereins, ehemaliger Lehrer der Oberschule

Die Anregung zur Gründung des Fördervereins Francisceum ging von Annemarie Lüdicke aus, Abiturientin des Jahrgangs 1956. Während ihrer Aufenthalte in Zerbst 1990 führte sie dazu vorbereitende Gespräche mit ehemaligen Mitschülern und Lehrern. Am 17. Oktober 1990 kam es zur Gründungsversammlung unter ihrer Leitung im Café Brandt. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung berichtete sie den Gründungsteilnehmern, dass bereits auf einem Treffen ehemaliger Francisceer Spendengelder für den zu gründenden Förderverein gesammelt wurden. Außerdem stellte sie ihr Honorar aus einem Sommerkurs zur Verfügung.

Frau Lüdicke hatte einen Satzungsentwurf vorbereitet, den sie den Teilnehmern zur Diskussion vorstellte. Nach einer regen Aussprache wurde die Satzung angenommen. Der Verein trägt den Namen

"Förderverein Francisceum Zerbst"

mit Sitz in Zerbst. Eine Eintragung in das Vereinsregister des Kreisgerichts soll vorgenommen werden. Sie erfolgte unter Nummer 83 am 13. März 1991 mit 15 Mitgliedern. Ein Vereinskonto wurde eingerichtet.

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Zweck des Vereins soll die Restaurierung und Erhaltung der Gebäude und Anlagen des Francisceums als Denkmal mittelalterlicher Kultur und der Bildungsbestrebungen der Aufklärung sein. Alle Mittel des Vereins sollen nur diesem gemeinnützigen Zweck dienen. Mitglied kann jede natürliche und juristische Person werden. In den Paragraphen 7 und 8 der Satzung sind die Modalitäten der Mitgliederversammlungen und ihre Zuständigkeiten festgelegt. Die Leitung des Vereins obliegt dem Vorstand, der zur Zeit der Gründung aus dem 1. und 2. Vorsitzenden und dem Kassenwart bestand und in geheimer Abstimmung gewählt wurde:

1. Vorsitzender Herr Dr. Walter Schnelle; 2. Vorsitzender Herr Udo Hoppadietz; Kassenwart Frau Karin Hoppadietz.

An dieser Stelle sei Frau Hoppadietz gedankt, die gewissenhaft und umsichtig alle anfallenden Aufgaben übernahm und dem Förderverein die Anlaufschwierigkeiten erleichterte.

Der 250. Geburtstag des Schulgründers am 10. August 1990, des Fürsten Franz von Anhalt Dessau, schien mit der beste Zeitpunkt zu sein, der Erweiterten Oberschule Zerbst wieder den Namen "Francisceum" zu geben. In den Monaten Mai und Juni 1990 führte ich eine Unterschriftensammlung zur Unterstützung des Vorhabens durch. Ehemalige Absolventen des Francisceums, der Oberschule, der Erweiterten Oberschule und deren Eltern, von denen ich annehmen konnte, dass sie unterschreiben, sprach ich an. Im Juli 1990 konnte ich den Antrag zur Umbenennung der Schule, versehen mit über 300 Unterschriften, dem Bürgermeister der Stadt Zerbst, Herrn Helmut Behrendt, übergeben. Er teilte mir mit, dass er den Vorgang der Abteilung Volksbildung zur Realisierung übergeben habe. Nach Beratung in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung erfolgte der Beschluss zur Namensgebung. Am 4. April 1991 wurde die Umbenennung der Erweiterten Oberschule in "Gymnasium Francisceum" in einer würdigen Festveranstaltung durchgeführt.

Einige Mitglieder des Fördervereins nahmen an den Treffen der "Vereinigung ehemaliger Zerbster Francisceer" teil. Hier wurde eine Zusammenarbeit vereinbart, die sich durch steigende Teilnehmerzahlen der Ehemaligen an den Veranstaltungen in Zerbst ausdrückt. Ein vorgesehener Zusammenschluss scheiterte damals noch, wurde aber inzwischen realisiert.

Zunehmende gesundheitliche Beschwerden veranlassten mich, auf der Mitgliederversammlung am 04.11.1991 als Vorsitzender zurückzutreten. Herr Rudolf Schmidt, Abiturient des Jahrgangs 1954 und als Lehrer im Francisceum tätig, war zur Übernahme der Funktion bereit und übt sie heute noch aus. In dieser Versammlung übergab ich der Schule die Aufzeichnung meiner botanischen Erkundungen des Kreises Zerbst, die dann zum 190-jährigen Jubiläum der Schule, unterstützt durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt, gedruckt vorlag.

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Dem "Förderverein Francisceum Zerbst e. V." wünsche ich viel Erfolg bei der Durchsetzung seines Satzungsprogramms und hoffe, dass die junge Generation der Schule die gleiche Verbundenheit zur Schule entwickelt wie die alten "Francisceer".

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