"Mensch ist das noch lange hin"
Günter Heinze, Erkarth

Diesen Satz "Mensch ist das noch lange hin" erwähnte ich in einem Weihnachtsgruss vom November 1999 an unsere ehemalige Abiturientenklasse 12 B/1951. Darin hieß es unter anderem: "Nur noch 33 Tage bis zum Jahre 2000, wie aufregend und doch wie besinnlich". Ich erinnere mich noch genau daran, dass wir als Pennäler zwar sehr selten, aber hin und wieder das Jahr 2000 erwähnten. Dann hieß es kurz und knapp:" Mensch dann bin ich ja 67 Jahre alt, du lieber Gott ist das noch lange hin". Das waren die Antworten und schon war das Thema "gegessen".

Heute haben wir bereits das Jahr 2000 und unser Francisceer-Treffen vom April liegt schon wieder Monate zurück. Es ist immer eine wahre Freude, wenn man anlässlich unseres Treffens in unsere ehrwürdige Aula blickt und feststellt, dass diese bis zum letzten Stuhl gefüllt ist. Wenn man diesen Zusammenhalt in anderen Kreisen erwähnt, stößt man fast immer auf erstaunte Gesichter, denn viele Außenstehende können sich nicht vorstellen, dass sich so viele ehemalige Schüler nach ca. 50 Jahren für ein jährliches Schultreffen begeistern können. Inzwischen hat sich auch eine sehr schöne Geste durchgesetzt, nämlich eine zusätzliche Gratulation der Jubilare zum 50jährigen Abitur. Als Gratulanten wurden jeweils die auserkoren, denen im darauffolgenden Jahr die Ehre zuteil werden wird.

Infolgedessen haben wir, die Klasse 12 B Abitur 1951 die Initiative ergriffen. Wir haben einen Designer beauftragt, der eine Plakette entworfen hat, die dann fachgerecht angefertigt wurde. Diese Plakette heißt: "50 Jahre ABI Francisceum" und zeigt in ihrer Abbildung den gotischen Giebel unserer Aula und den Eingang mit dem schmiedeeisernen Tor und den Zinnen. In meiner Ansprache bezüglich der Verleihung dieser Medaillen habe ich es nicht versäumt auf die zum Teil schwierigen Jahre unserer Schulzeit hinzuweisen. Unsere Schulzeit fiel teils in die Zeit des Nationalsozialismus und teils in die Zeit des Kommunismus. Das heißt, wir mussten uns politisch um 180 Grad drehen, aber nicht nur die Politik auch andere Sorgen begleiteten unseren Schulweg: Fliegeralarm, Hungersnot, Evakuierung, Entbehrungen jeglicher Art, Kleider-, Schuh- und Wohnprobleme und dergleichen mehr. Hier ließ sich eine große Reihe von Entbehrungen aufzählen. Aber eines war uns geblieben: "unser Francisceum". Gott sei Dank entging unsere ehrwürdige Schule dem Bombenhagel, somit hatten wir unser Francisceum, das wie eine Festung oder eine Burg für uns dastand. Man fühlte sich im Francisceum immer geborgen. Und noch heute gilt unser Dank den ehemaligen

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Lehrerinnen und Lehrern, die uns ein gutes Rüstzeug für das ganze Leben mitgaben. Um nur einige zu nennen:

Herr Direktor Dr.Münnich - Herr Dr. Lenz - Herr Dr. Nauck - Herr Studienrat Bosse - Herr Dr. Schad - Herr Dr. Kersten - Herr Studienrat Quaas - Frau Dr. Spötter - Frau Studienrat Hetzel und last but not least unser aller geliebter Heini Rohlfs.

Ich konnte dann noch einen wunderschönen Satz vortragen und zwar aus dem Buch geschichtliche Impressionen 1246 - 1993 da heißt es: "Wer etwas werden sollte in Anhalt, den schickten die Eltern nach Zerbst aufs Francisceum und wer etwas geworden war, der kam oftmals daher." Anschließend bat ich die Jubilare, die ihr 50jähriges Abiturjubiläum im Jahre 2000 begehen durften nach vorne und zwar waren es im einzelnen:

Jürgen Beyer - Ursula Bock geb. Zähnsdorf - Friedrich-Wilhelm Gänsicke - Karl Habedank - Christa Huth geb. Meinecke - Kurt Leetz - Ruth Markmann geb. Fräßdorf - Waldemar Natho - Otto Pannicke - Wolfgang Pannicke - Edith Reimann geb. Steinitz - Christa Schneider geb. Reusch - Martin Schultze - Lotte-Lore Schüssler geb. Lucas - Rosemarie Szillat geb. Brandt.

Nachdem wir die Gratulation vorgenommen hatten, wurden die Medaillen von einigen Schülern der Klasse 12 B Abi 1951 überreicht. Hierbei halfen mir die Klassenkameraden: Walter Hönl, Rudolf Lorbeer, Ursula Plath geb. Rosenberger, Heinrich Zimmermann. Die strahlenden Gesichter der Jubilare zeigten mir, dass wir den richtigen Weg gegangen waren und ich hoffe, dass die nette Geste von den nachfolgenden Schülern mit gleicher Initiative aufgegriffen und fortgesetzt wird.

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